Ausbaurekord der Windenergie 2017

Havelland-Fläming hinkt hinterher

Noch nie wurden in einem Jahr so viele Windenergieanlagen errichtet wie im Jahr 2017. Laut aktuellen Zahlen des Bundesverbandes WindEnergie e.V. wurden bundesweit 1.792 Anlagen mit insgesamt 5.334 Megawatt (MW) installiert. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 wurden „nur“ 1.624 Anlagen mit insgesamt 4.625 MW aufgestellt.

Die meisten neuen Anlagen wurden in Niedersachsen installiert (485), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (307 Anlagen) und Schleswig-Holstein (180 Anlagen). In Brandenburg kamen insgesamt 171 neue Windenergieanlagen zum Bestand hinzu.

Offene Genehmigungen aus 2016

Der Ausbaurekord geht auf die überdurchschnittlich vielen Genehmigungen für Windenergieanlagen zurück, welche bis Ende 2016 erteilt wurden und bis spätestens Ende 2018 realisiert werden müssen. Andersfalls gelten für die nicht errichteten Anlagen die Bestimmungen des aktuellen Gesetzes zum Ausbau der erneuerbaren Energien (EEG) (siehe Beitrag vom 24.04.2017).

Durchschnittlicher Zubau in Havelland-Fläming

Mit 34 neuen Anlagen und 96 MW installierter Leistung fand in der Region Havelland-Fläming hingegen ein durchschnittlicher Zubau statt (vgl. Diagramm). Dabei hätte das Jahr 2017 auch zu einem der ausbaustärksten Jahren in der Region avancieren können: Zum Jahresende 2016 lagen 65 Genehmigungen für Windenergieanlagen vor, die in 2017 hätten realisiert werden können. Hauptgrund für die bisher unterbliebene Errichtung der Anlagen sind Klagen von Umweltverbänden und Kommunen gegen die Genehmigung.

Genehmigungen in 2017

Im Jahr 2017 erhielten 19 weitere Anlagen mit insgesamt 58 MW in der Region Havelland-Fläming eine Genehmigung. Bevor die Anlagen aber errichtet werden können, müssen sie sich im bundesweiten Ausschreibungsverfahren gegen andere Windenergieprojekte durchsetzen. Das nächste Ausschreibungsverfahren endet am 1. Februar 2018 mit einem Ausschreibungsvolumen von 700 MW installierter Leistung.

 

Jährlicher Zubau der Windenergie in Havelland-Fläming (2008 - 2017)

Quelle: Regionale Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming


Veröffentlicht am: 31.01.2018