Weniger Gebote, höherer Preis

Während im Jahr 2017 fast ausnahmslos Bürgerenergiegesellschaften einen Zuschlag bei den drei Ausschreibungsrunden zur Windenergie erhalten haben, kommen nun bei der ersten Ausschreibungsrunde im Jahr 2018 überwiegend die etablierten Windenergieunternehmen zum Zuge.

Die Bundesnetzagentur hat zum Gebotstermin 1. Februar 2018 700 Megawatt (MW) für den Ausbau der Windenergienutzung ausgeschrieben. Im Gegensatz zu den vergangenen Ausschreibungsrunden, musste eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz vorliegen. Aus Sicht der Windbranche konnte somit erstmals seit Einführung des Ausschreibungsmodells ein fairer Wettbewerb zwischen Projekten stattfinden.

Weniger Gebote abgegeben

Mit 132 eingegangenen Geboten und 989 MW wurde das Ausschreibungsvolumen nur knapp überzeichnet. 83 Projekte erhielten einen Zuschlag, darunter 19 Projekte von Bürgerenergiegesellschaften.

Länder mit den meisten Zuschlägen sind Niedersachsen mit 17 (154 Megawatt), Brandenburg mit 13 (106 Megawatt), Nordrhein-Westfalen mit zwölf (61 Megawatt) und Rheinland-Pfalz mit elf (124 Megawatt) Zuschlägen.

In der Region Havelland-Fläming erhielten vier Projekte mit insgesamt 14 Windenergieanlagen einen Zuschlag. Somit kann von den 19 Anlagen, die im Jahr 2017 vom Landesamt für Umwelt genehmigt wurden, ein Großteil zeitnah realisiert werden.

Höhere Zuschlagswerte erteilt

Der Rückgang der Gebote führte auch zu höheren Zuschlagswerten: Der durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 4,7 Cent pro erzeugter Kilowattstunde. In der vorhergehenden Ausschreibungsrunde lagen die Zuschläge im Durchschnitt noch bei etwa 3,8 Cent.

Ausschreibung Photovoltaik

Parallel zur Windenergie wurden von der Bundesnetzagentur auch die Ergebnisse der Ausschreibung für Solaranlagen bekanntgegeben. Insgesamt wurden 200 MW ausgeschrieben. Von den insgesamt 24 erteilten Zuschlägen, erhielt nur ein Projekt in Brandenburg (Gemeinde Neu-Seeland im Landkreis Oberspreewald-Lausitz) einen Zuschlag.

Siehe auch Beitrag vom 06.12.2017

 

Veröffentlicht am: 21.02.2018