Brandenburg ist der Gewinner bei der Ausschreibung von Windenergieprojekten

Seit Januar 2017 gilt die aktuelle Fassung des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) und neue Windenergieprojekte müssen in Ausschreibungsverfahren bundesweit miteinander konkurrieren (siehe Beitrag vom 25.04.2017). Nur noch die günstigsten Angebote erhalten einen Zuschlag. Am 1. November 2017 endete das letzte der drei diesjährigen Ausschreibungsverfahren und kein Projekt aus der Region Havelland-Fläming erhielt einen Zuschlag.

Wenige Projekte in Havelland-Fläming

Bei den ersten beiden Gebotsterminen des Jahres (1. Mai und 1. August) erhielten 6 Projekte aus der Region mit insgesamt 29 Windenergieanlagen einen Zuschlag. Auf der anderen Seite gingen aber auch 17 Projekte mit 53 Windenergieanlagen in der Region leer aus.

Uckermark-Barnim erhielt die meisten Zuschläge

Im gesamten Land Brandenburg erhielten 52 Gebote mit insgesamt 211 Windenergieanlagen bei den drei Ausschreibungsverfahren einen Zuschlag. Die meisten Zuschläge erhielt die Planungsregion Uckermark-Barnim mit 18 Zuschlägen für insgesamt 56 Windenergieanlagen.

Quelle: Bundesnetzagentur, eigene Darstellung

Fast jeder Dritte Zuschlag für Projekt in Brandenburg

Im bundesweiten Vergleich erhielt das Land Brandenburg vor Niedersachsen (40 Zuschläge/150 Windenergieanlagen) und Nordrhein-Westfalen (26 Zuschläge/90 Windenergieanlagen) die meisten Zuschläge bei den diesjährigen Ausschreibungsverfahren. Die Bundesländer Baden-Württemberg und Saarland haben bisher keinen Zuschlag erhalten. Wie im Vorfeld der Novellierung des EEG bereits angenommen wurde, verlagert sich mit der Einführung der Ausschreibungspflicht der Schwerpunkt der Windenergienutzung weiter in den windstarken Norden Deutschlands (Siehe Karte der Fachagentur für Windenergie an Land ).

Realisierung der Projekte bleibt fraglich

Fraglich bleibt, welche von den bezuschlagten Projekten in den nächsten Jahren auch realisiert werden. Fast ausnahmslos erhielten Bürgerenergiegesellschaften für ihre Windprojekte einen Zuschlag, die bei der Gebotsabgabe noch keine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz vorlegen mussten. Einige bezuschlagte Projekte befinden sich auch außerhalb der von den Regionalen Planungsgemeinschaften ausgewiesenen Windeignungsgebieten.

Neue Regelung für nächste Ausschreibung

Das nächste Ausschreibungsverfahren endet am 1. Februar 2018. Es werden insgesamt 700 Megawatt installierte Leistung ausgeschrieben. Im Gegensatz zu den bisherigen Verfahren müssen dann die angebotenen Projekte bereits eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz vorweisen.

 

Veröffentlicht am: 06.12.2017