Regionalversammlung berät Vorentwurf für die Festlegung von Vorranggebieten für die Landwirtschaft

Auf ihrer 10. Sitzung am 07.01.2019 hat die Regionalversammlung Havelland-Fläming einen Vorentwurf für die Festlegung von Vorranggebieten für die Landwirtschaft zur Kenntnis genommen und den Auftrag erteilt, weitere Abstimmungen mit der Landesplanungsbehörde vorzunehmen.

Ob die jetzt vorgeschlagenen Festlegungen Bestandteil eines zukünftigen Regionalplans werden, ist indes noch nicht entschieden. Bei der Festlegung von Vorrangflächen für die Landwirtschaft handelt es sich nicht um einen der obligatorischen Inhalte von Regionalplänen, wie sie nach dem in Aufstellung befindlichen Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg vorgesehen sind.

Anders als beispielsweise Waldgebiete verfügen landwirtschaftlich genutzte Flächen nicht über einen fachgesetzlichen Schutz. Sie werden daher häufiger für andere Nutzungen in Anspruch genommen. Mit dem jetzt vorgelegten Konzept wurden die für den Ackerbau in der Region besonders wichtigen Flächen ermittelt und vorgeschlagen diese durch die Festlegung eines Vorrangs der Raumordnung für die landwirtschaftliche Bodennutzung zu erhalten. Das Besondere an diesem Konzept: Bei der Ermittlung der Vorrangflächen wurden nicht nur Standorte mit vergleichsweise guten Böden (ausgedrückt durch die Ackerzahl) berücksichtigt, sondern auch Ackerflächen, die eine geringere Bodenfruchtbarkeit aufweisen, dafür aber in niederschlagsarmen Perioden weniger zur Austrocknung neigen.

Mit diesem Planungsansatz greift die Regionale Planungsgemeinschaft ein Ergebnis des durch das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. geleiteten Projektes INKA BB auf, in dem untersucht wurde, wie man sich im Land Brandenburg auf die in den nächsten Jahrzehnten zu erwartenden klimatischen Veränderung einstellen kann.

Der jetzt vorgelegte Vorentwurf ist Ergebnis eines fast zweijährigen Erarbeitungsprozesses in dem über 40 Abstimmungsgespräche, mit Stadt-, Gemeinde- und Ämterverwaltungen sowie Fachbehörden durchgeführt wurden.

 

Veröffentlicht am: 22.01.2019