Monitoring Windenergienutzung

Nach Artikel 8a Absatz 4 des Landesplanungsvertrages ist die Regionale Planungsstelle verpflichtet, die von der Umsetzung der Festlegungen des Regionalplans Havelland-Fläming 2020 ausgehenden erheblichen Umweltauswirkungen fortdauernd zu überwachen. Um eine Einschätzung der durch die Errichtung von Windenergieanlagen (WEA) verursachten Beeinträchtigungen der Umwelt zu erhalten, wurden 30 immissionsschutzrechtliche Genehmigungsbescheide, die für die Region von 2012 bis 2016 erteilt wurden, ausgewertet und in einem Monitoringbericht zusammenfassend dargestellt. Die Bescheide umfassen 142 WEA, die sich auf 16 Windeignungsgebiete verteilen.

Die Analyse erfolgte schutzgutbezogen. Das besondere Augenmerk lag auf dem Menschen, den betroffenen Vogel- und Fledermausarten, der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes sowie der Inanspruchnahme von Waldflächen. Darüber hinaus sind auch die jeweilig angeordneten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und die Ersatzzahlungen betrachtet worden.

Beeinträchtigungen von Landschaft, Boden und Flora sind nicht vermeidbar

Im Ergebnis der Untersuchung wird deutlich, dass die Schutzgüter in sehr unterschiedlichem Maß von den Auswirkungen der Errichtung und dem Betrieb von WEA betroffen sind. Beeinträchtigungen der Schutzgüter Klima/Luft, Sach- und Kulturgüter sowie Wasser werden nur selten erwartet und können durch entsprechende Maßnahmen vermieden werden. Auch Prognosewerte von Schallimmissionen und Schattenwurf, die in einigen Verfahren über den vorgeschriebenen Richtwerten liegen und den Menschen potentiell beeinträchtigen könnten, werden durch entsprechende Vermeidungsmaßnahmen in Form von Abschaltzeiten und eingeschränkter Betriebsmodi abgewendet. 

Bezüglich der Fauna zeigt sich insgesamt eine hohe Artenvielfalt in allen Windeignungsgebieten. Außerdem kommen in allen Vorhabengebieten Arten (Brut- und Zugvögel, Fledermäuse) vor, die nach dem Brandenburger Windkrafterlass bzw. den tierökologischen Abstandskriterien (TAK) als besonders störungssensibel gelten. Es werden keine Schutz- noch Restriktionsbereiche nach TAK berührt. Mögliche Beeinträchtigungen der Vögel (v.a. Störung) und Fledermäuse (v.a. Kollision) werden u.a. durch Bauzeitenregelungen während der Brutzeit und Abschaltzeiten in der Nacht verhindert bzw. minimiert.

Die Beeinträchtigungen der Schutzgüter Boden, Landschaft und Flora sind hingegen durch Maßnahmen im Vorfeld kaum zu verhindern bzw. zu vermindern. Hier werden regelmäßig Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie Ersatzzahlungen notwendig.

Ersatzzahlungen vor allem für das Landschaftsbild

Bei den meisten Eingriffen findet eine Kombination aus einer Realkompensation in Form von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und Ersatzzahlungen statt. Da die Kompensationsmaßnahmen in 25 von 30 Verfahren jedoch nicht ausreichen, um die Beeinträchtigungen auszugleichen, werden zusätzlich Ersatzzahlungen notwendig. Insgesamt belaufen sich diese auf ca. 5,2 Mio. Euro, wobei sie vorrangig für die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes geleistet werden.

Kein dauerhafter Waldflächenverlust

Für notwendige Waldumwandlungsmaßnahmen wird im doppelten Umfang Ersatz geleistet. Insgesamt wurden Erstaufforstungsmaßnahmen im Umfang von 38,3 ha festgelegt, von denen knapp zwei Drittel in der Eingriffsgemeinde selbst bzw. in der Nachbargemeinde umgesetzt wurden bzw. umgesetzt werden müssen und somit eingriffsnah stattfinden. Dies bestätigt auch die vorangegangenen Untersuchungen (siehe "Wind im Wald" ). Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung ergab, dass die Erstaufforstungsmaßnahmen meistens zu Lasten der landwirtschaftlichen Nutzflächen durchgeführt wird und nur vereinzelt auf lückenhaft mit Bäumen bestandenen Waldflächen stattfindet.

» Monitoringbericht Windenergie