Nahwärmepotenziale in der Region

Effiziente Wärmeversorgung

Nahwärmenetze sind eine der effizientesten Formen der Wärmeversorgung. Eine zentrale Heizungsanlage für mehrere Hausanschlüsse reduziert den Energieverbrauch und erhöht zeitgleich die Energieeffizienz. Um herauszufinden, für welche Dörfer ein Nahwärmenetz in Frage kommt, wurden 489 in der Region Havelland-Fläming hinsichtlich ihrer Siedlungsstruktur analysiert. Basierend auf den aktuellen Rahmenbedingungen für die Förderung von Nahwärmenetzen konnten 18 Dörfer identifiziert werden, für die sich die Errichtung eines Nahwärmenetzes rentierten könnte:

Landkreis Havelland

  • Elstal (Gemeinde Wustermark)

Landkreis Potsdam-Mittelmark

  • Kuhlowitz (Stadt Bad Belzig)
  • Buchholz (Stadt Beelitz)
  • Busendorf (Stadt Beelitz)
  • Körzin (Stadt Beelitz)
  • Mötzow (Gemeinde Beetzseeheide)
  • Pritzerbe (Gemeinde Havelsee)
  • Bardenitz (Stadt Treuenbrietzen)
  • Brachwitz (Stadt Treuenbrietzen)
  • Niebelhorst (Stadt Treuenbrietzen)

Landkreis Teltow-Fläming

  • Kummersdorf-Gut (Gemeinde Am Mellensee)
  • Petkus (Stadt Baruth/Mark)
  • Genshagen (Stadt Ludwigsfelde)
  • Altes Lager (Gemeinde Niedergörsdorf)
  • Schöneweide (Gemeinde Nuthe-Urstromtal)
  • Zülichendorf (Gemeinde Nuthe-Urstromtal)
  • Glau (Stadt Trebbin)
  • Kleinbeuthen (Stadt Trebbin)

Beispiel Baitz

In Baitz (Stadt Bad Belzig) ist man schon einen Schritt weiter. Im Frühjahr 2016 hat man damit begonnen ein Nahwärmenetz zu errichten und pünktlich zum Beginn der Heizperiode wurde das Projekt fertiggestellt. Die Wärme wird in einem zentralen Holzhachschnitzelkessel erzeugt und über das Nahwärmenetz an die angeschlossenen Wohngebäude verteilt werden. Die Heizungsanlage läuft vollautomatisch: Eine internetbasierte Wetterstation berechnet den Wärmebedarf der nächsten Tage und regelt die Bereitstellung über Heizkessel oder thermische Solaranlage.

Die Zeit zur Modernisierung ist günstig. Nach der Wende 1990 erneuerten viele Bewohner ihre Heizungsanlage und tauschten ihre Kohleöfen gegen Öl- oder Gaskessel aus. Diese sind mittlerweile über 20 Jahre alt und sollten aus Effizienzgründen erneuert werden. Eine Umstellung auf den Energieträger Holz ist vor allem aus Kostengründen sinnvoll. Im Vergleich zu fossilen Energieträgern kann mit Holz bis zu einem Drittel der Energiekosten eingespart werden. Und Holz gibt es jede Menge in und um Baitz. Schon vor der Inbetriebnahme des Heizhauses heizten viele Baitzer mit Holz aus dem eigenen Wald.  Durch den Einsatz von lokal verfügbarem Energieholz können jährlich rund 80.000 Liter Heizöl bzw. Erdgas sowie 228 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.

Im Herbst 2013 hat die Regionale Planungsgemeinschaft eine Umfrage in Baitz durchgeführt, um den Energieverbrauch und die Energiekosten zu erfassen. Basierend auf diesen Angaben erstellte ein Ingenieurbüro aus Bad Belzig eine Machbarkeitsstudie. Bei Informationsveranstaltungen und persönlichen Gesprächen konnten die Projektverantwortlichen viele Bewohner von Baitz vom Projekt überzeugen und gründeten im Sommer 2014 die Energiegenossenschaft "Baitzer Heizer" mit 20 Mitgliedern.

» "Baitzer Heizer"

Heizhaus in Baitz

Förderung durch das Land Brandenburg

Das Nahwärmenetz in Baitz wird über das Förderprogramm RENplus 2014 - 2020 des Landes Brandenburg gefördert. Mehr Informationen zum Förderprogramm erhalten Sie hier:

» RENplus 2014 - 2020

 

Veröffentlicht am: 25.04.2016