Regionale Unterschiede bei Stillstandzeiten von Windenergieanlagen

Während der Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voranschreitet, hängt der Ausbau der Stromnetze in weiteren Teilen des Landes noch hinterher. Dies führt vor allem an Tagen mit hohen Windstärken und viel Sonnenschein dazu, dass die Netzbetreiber die Einspeiseleistung von Windenergieanlagen und Photovoltaikanlagen reduzieren müssen um die Netzstabilität zu gewährleisten und Netzengpässe zu vermeiden. Die Netzbetreiber können einzelne Umspannwerke und die daran angeschlossenen Anlagen auf 60%, 30% oder bei Bedarf auch auf 0% ihrer Einspeiseleistung drosseln.

Untersuchung der Regionalen Planungsgemeinschaft

Die Regionale Planungsgemeinschaf Havelland-Fläming hat die Stillstandzeiten von Windenergieanlagen aufgrund von Netzengpässen ermittelt. Im Untersuchungsjahr 2015 drehten sich 659 Windenergieanlagen in der Planungsregion (Stand: 31.12.2015). Davon waren 369 Anlagen an das Stromnetz der E.dis AG angeschlossen. Auf der Internetseite des Netzbetreibers kann nachvollzogen werden, wann es zu Netzengpässen kam und wie der Netzbetreiber darauf reagiert hat. Diese Daten hat die Regionale Planungsstelle ausgewertet und kommt zu einem aufschlussreichen Ergebnis.

Windenergieanlagen stehen im Schnitt 3 Tage im Jahr still

Im Betrachtungsjahr 2015 wurden von der E.dis AG insgesamt 340 Windenergieanlagen für 41.159 Stunden in ihrer Einspeiseleitung gedrosselt. Durchschnittlich war eine Anlage 121 Stunden von Maßnahmen zur Netzstabilität betroffen. Und für durchschnittlich 74 Stunden wurde eine Anlage komplett vom Netz genommen.

Erwartungsgemäß haben Windenergieanlagen in Brandenburg rund 8.000 Betriebsstunden im Jahr, bei denen sie ohne Einschränkungen Strom ins Netz einspeisen können. Somit konnte als Ergebnis der Untersuchung festgestellt werden, dass die Stillstandzeiten von Windenergieanlagen aufgrund von Netzengpässen im Durchschnitt circa 1 Prozent der jährlichen Betriebsstunden ausmachen. Weitere Ursachen für den Stillstand von Windenergieanlagen können sein: Wartungsarbeiten an Windenergieanlagen oder am Stromnetz, Vermeidung von Schattenwurf, bei Gefahr von Eiswurf, Vermeidung von Schlagopfern während des Vogelzuges sowie bei Stark- und Schwachwindzeiten.

Deutliche regionale Unterschiede

Bei der Untersuchung wurden auch regionale Unterschiede festgestellt. Mit 122 betroffenen Anlagen und 28.793 Einsatzstunden wurden im Landkreis Teltow-Fläming am häufigsten und die meisten Windenergieanlagen durch den Netzbetreiber reguliert. Durchschnittlich wurde eine Anlage 236 Stunden in ihrer Leistung gedrosselt und für durchschnittlich 136 Stunden stand sie komplett still. Auf Grund von Netzengpässen wurden 109 Anlagen im Landkreis Havelland jeweils für 21 Stunden auf 0% ihrer Einspeiseleistung gedrosselt. Im Landkreis Potsdam-Mittelmark wurden die 107 betroffenen Anlagen im Durchschnitt für 58 Stunden vollständig vom Stromnetz getrennt.

Ausblick

Windenergieanlagen drehen sich nicht an allen 365 Tagen im Jahr. Das kann verschiedene Ursachen haben. Stillstandzeiten aufgrund von Netzengpässen sind aber in der Region Havelland-Fläming nachweisbar nur von geringer Dauer. Um den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien gerecht zu werden, müssen die Netzbetreiber ihre Netze ausbauen. Unter anderem soll die bestehende 380-kV-Hochspannungsleitung zwischen Wustermark und Brandenburg ausgebaut und eine 110-kV-Stromleitung zwischen Petkus und Schönewalde als Erdkabel errichtet werden.