Stromspeicher auf der Nauener Platte

Strom selber nutzen, statt Netze überlasten


Überlastung der Stromnetze vermeiden

Im Jahr 2015 wurden auf der Nauener Platte circa 630 Gigawattstunden (GWh) Strom erzeugt. Aber nur rund 40 Prozent (250 GWh) davon wurde vor Ort auch verbraucht, sodass der nicht verbrauchte Strom über die Hoch- und Höchstspannungsleitungen abtransportiert werden musste.

An sehr windigen und sonnigen Tagen, an denen überdurchschnittlich viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, müssen die Erzeugungsanlagen zweitweise in ihrer Leistung gedrosselt werden um die Stabilität der Stromleitungen nicht zu gefährden.

Im windreichen Jahr 2015 wurden die Windenergieanlagen auf der Nauener Platte im Durchschnitt um 184 Stunden pro Anlage in ihrer Leistung gedrosselt werden. Für 21 Stunden mussten die Anlagen komplett vom Netz genommen werden.

Studie zur Stromspeicherung

Eine vom Landkreis Havelland in Auftrag gegeben Studie hat nun untersucht, wie die Stromnetze auf der Nauener Platte mit Hilfe eines Stromspeichers entlastet werden können. Außerdem soll mit Hilfe eines Speichers der Nutzungsgrad des erzeugten Stromes vor Ort verbessert werden.

Die Nauener Platte umfasst die Städte Nauen und Ketzin sowie die Gemeinden Wustermark und Brieselang. Mit 194 Windräder, 8 Biogasanlagen und 7 Photovoltaikfreiflächenanlagen ist die Nauener Platte stark von der Nutzung erneuerbaren Energien geprägt.

Strom muss „importiert“ werden

Obwohl bilanziell doppelt so viel Strom erzeugt wird als verbraucht, kann der örtliche Strombedarf nicht immer zu 100 Prozent mit Strom aus Wind, Sonne und Biomasse gedeckt werden. Wie die Studie belegt, muss für knapp 1.900 Stunden im Jahr Strom „importiert“ werden. Insbesondere wird in den Wintermonaten an einigen Tagen mehr Strom verbraucht als erzeugt.

Strom speichern und in Wärme umwandeln

Die Autoren der Studie haben ermittelt, dass ein Lithium-Ionen-Speicher mit einer Leistung von 40 MW erforderlich wäre, um den Nutzungsgrad des erzeugten Stromes zu erhöhen und um der netzbedingten Abregelung von Windenergieanlagen entgegenzuwirken. In Ergänzung zum Stromspeicher könnte laut Studie der Überschussstrom, der vor Ort nicht verbraucht wird, in Wärme und Wasserstoff umgewandelt werden. Die gesamten Investitionskosten würden sich auf 50 bis 100 Millionen Euro belaufen.

Umsetzung bleibt offen

Fraglich bleibt aber, ob basierend auf den vorliegenden Studienergebnissen ein Speicher im Havelland errichtet wird. Der Landkreis selbst wird keinen eigenen Speicher bauen und betreiben können. Bislang fehlt es auch an Geschäftsmodellen, die einen Betrieb eines Batteriegroßspeichers rentabel machen. Auch das aktuelle Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) sieht keine gesonderte Vergütung für die Speicherung von Strom vor. Nichts desto trotz will der Landkreis in einem nächsten Schritt ausloten, wie das Thema Energiespeicherung vorangetrieben werden kann.

 

Weitere Informationen zum Thema Speicher finden Sie auf der Homepage des Bundesverbandes  für Energiespeicher:

» www.bves.de

 

Veröffentlicht am: 12.03.2018