Vorbeugender Hochwasserschutz in der Region Havelland-Fläming

Extreme Überschwemmungen in den Jahren 2002, 2010 und 2013 an Oder und Elbe haben das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Gefahrenlage durch extreme Wetterereignisse deutlich erhöht. Abgesehen von der Gefahr für Leib und Leben, kann ein Hochwasserereignis zu hohen privaten und volkswirtschaftlichen Schäden führen, wenn etwa Unternehmen, Infrastruktureinrichtungen und Wohngebäude evakuiert und wieder instand gesetzt werden müssen.

Konzept zum vorbeugenden Hochwasserschutz

Mit der Fertigstellung der Hochwasserrisikomanagementpläne Ende 2015 wurde die fachplanerische Umsetzung der europäischen Hochwasserrisikomanagementrichtlinie in Brandenburg vorerst abgeschlossen. Verbindliche Pläne und Maßnahmen müssen nunmehr die Umsetzung der darin formulierten Anforderungen sicherstellen. Ein Konzept der regionalen Planungsstelle zum vorbeugenden Hochwasserschutz soll dazu beitragen, durch eine frühzeitige planerische Einflussnahme potenzielle Hochwassergefahren und vorsorgende Maßnahmen bei zukünftigen Entwicklungen stärker zu berücksichtigen.  

Gefahrenabwehr und Risikovorsorge

Um Gefahren für Menschen abzuwenden und Sachschäden zu verringern, sollen Standorte für private und öffentliche Gebäude sowie für Infrastruktureinrichtungen in Zukunft so ausgewählt werden, dass sie im Hochwasserfall keinen Schaden nehmen. Bestehende und neue Gebäude sollen so angepasst werden, dass sie ein Hochwasser unbeschadet tolerieren.

Erhalt und Wiederherstellung von Retentionsraum

Geringere Schäden durch Hochwasser können darüber hinaus erzielt werden, wenn das Wasser dort gehalten wird, wo keine empfindlichen Schutzgüter vorhanden sind. Für den Fall eines Hochwassers sollen daher bestehende natürliche und unbesiedelte Überschwemmungsflächen entlang des Gewässers erhalten sowie Möglichkeiten zur (Rück-)Gewinnung von Retentionsräumen erwogen werden.

Um darüber hinaus der Entstehung von Hochwasser entgegenzuwirken, erscheint es sinnvoll, Maßnahmen zu diskutieren, die zum Rückhalt von Wasser in der Landschaft sowie zur ortsnahen Versickerung von Niederschlägen beitragen. Dies kann gleichzeitig ein wertvoller Beitrag zu einem natürlicheren Landschaftswasserhaushalt sein.

Abstimmung mit Kommunen

Derzeit ist die regionale Planungsstelle in der Region unterwegs, um das Konzept mit den betroffenen Kommunen vor Ort zu diskutieren. Ergebnisse der Gespräche sind im September zu erwarten.


Veröffentlicht am: 24.05.2017