2019 geringster Ausbau seit 20 Jahren

Region Havelland-Fläming folgt dem niedrigen Bundestrend

Laut Bundesnetzagentur und der Fachagentur für Windenergie an Land sind 2019 bundesweit lediglich 282 Windenergieanlagen (WEA) mit insgesamt 958 Megawatt Leistung in Betrieb gegangen. Nachdem 2017 mit 1.852 WEA (5.498 MW) noch ein Rekordjahr zu verzeichnen war (zum Vergleich: 2016 = 1.560 WEA, 2015 = 1.396 WEA), wurden bereits 2018 mit 762 WEA knapp 60% weniger Anlagen in Betrieb genommen. Der erneute Ausbaurückgang bedeutet eine Reduzierung um weitere 63% und somit das ausbauschwächste Jahr seit 20 Jahren.

In der Region Havelland-Fläming setzte sich die Entwicklung auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres fort. Die Ausbauzahl von 71 WEA im Jahr 2016 ist hier auf vier WEA im Jahr 2018 zurückgegangen und stabilisierte sich 2019 mit acht Anlagen nur leicht.

Brandenburg führt im Bundesländervergleich

Erstmals wieder nach 10 Jahren führt Brandenburg den Vergleich der Bundesländer an. Hier gingen im letzten Jahr 59 WEA mit 201 MW Leistung in insgesamt 10 Landkreisen in Betrieb, was 21 % des bundesweiten Gesamtzubaus bedeutet. Niedersachsen folgt mit 54 Anlagen und 181 MW (19 %) vor Nordrhein-Westfalen mit 38 Anlagen und 128 MW (13%). Die 59 Brandenburger Inbetriebnahmen verteilen sich zu 90% auf die sechs Landkreise Oberspreewald-Lausitz (14 WEA), Uckermark (11), Teltow-Fläming (8), Elbe-Elster und Spree-Neiße (jeweils 7) sowie Prignitz (6). Zudem waren in Brandenburg Ende Januar 2020 Genehmigungen für 205 Windenergieanlagen in 12 Landkreisen erteilt; davon hatten 171 Anlagen einen Zuschlag aus der Ausschreibung.

Wenig Wettbewerb in den Ausschreibungen

Die regionale Verteilung der Zuschläge ähnelt 2019 der Verteilung des Ausbaus. Auch hier zeigt sich eine deutliche Konzentration der bezugschlagten Windenergieprojekte (insgesamt 1.847 MW) auf die Bundesländer Brandenburg (ca. 470 MW), Nordrhein-Westfalen (ca. 400 MW) und Niedersachsen (ca. 360 MW). Einem Bericht der Deutschen Windguard zufolge war das Jahr 2019 durch fehlenden Wettbewerb geprägt: „Nachdem in den ersten fünf Runden das ausgeschriebene Volumen nicht durch das Gebotsvolumen gedeckt werden konnte, zeigte sich zumindest im Dezember erstmals wieder Wettbewerb. Insgesamt liegt die in 2019 bezugschlagte Leistung jedoch deutlich unter der im Zubaupfad vorgesehenen Menge.“ (Seite 8) Von den insgesamt 78 Zuschlägen für Brandenburg aus sechs Ausschreibungsrunden des letzten Jahres gingen lediglich sieben Zuschläge für acht Windenergieanlagen nach Havelland-Fläming.

Geringe Erfolgsquote in den Genehmigungsverfahren

Nur etwa jedes vierte Antragsverfahren auf die Genehmigung der Errichtung von Windenergieanlagen wird in Brandenburg erfolgreich zu Ende geführt. Die vom Landesamt für Umwelt in den Jahren 2014 bis 2019 getroffenen 186 Entscheidungen führten in 49 Fällen (26 %) zur Erteilung einer Genehmigung, in 34 Fällen (18 %) wurde gegen die Genehmigung entschieden. Die Mehrheit der entschiedenen Verfahren (103; 56 %) endete durch die Zurücknahme des Genehmigungsantrags durch das antragstellende Unternehmen.

Genehmigungen und Ausbau der Windenergie
in Havelland-Fläming (2014 - 2019)

Quellen: Landesamt für Umwelt Brandenburg, Bundesnetzagentur, Regionale Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming (eigene Darstellung)

 

Veröffentlicht am: 08.05.2020