Infraschall von Windkraftanlagen

Tieffrequente Geräusche und Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen

Die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg hat am 26.02.2016 den Bericht „Tieffrequente Geräusche inklusive Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen“ veröffentlicht (siehe Bericht ). Das Fazit des Berichts lautet:

„Infraschall wird von einer großen Zahl unterschiedlicher natürlicher und technischer Quellen hervorgerufen. Er ist alltäglicher und überall anzutreffender Bestandteil unserer Umwelt. Windkraftanlagen leisten hierzu keinen wesentlichen Beitrag. Die von ihnen erzeugten Infraschallpegel liegen deutlich unterhalb der Wahrnehmungsgrenzen des Menschen. Es gibt keine wissenschaftlich abgesicherten Belege für nachteilige Wirkungen in diesem Pegelbereich.“

Auch im hörbaren Bereich des Schalls seien „bei Einhaltung der rechtlichen und fachtechnischen Vorgaben für die Planung und Genehmigung keine schädlichen Umwelteinwirkungen durch Geräusche von Windkraftanlagen zu erwarten.“

Diskussion um Infraschall versachlichen

Die LUBW überprüfte im Zeitraum 2013 bis 2015 tieffrequente Geräusche inklusive Infraschall im Umfeld moderner Windkraftanlagen. Außerdem hat sie umfangreiche Messungen am Straßenverkehr, im Haushalt sowie in städtischer und ländlicher Umgebung vorgenommen. „Ziel des umfangreichen Messprojektes war es, eine breite Datengrundlage zu Infraschall und tieffrequenten Geräuschen aus unterschiedlichen Quellen zu erhalten. Wir wollen damit die Diskussion über diese Schallwellen im Zusammenhang mit Windkraftanlagen versachlichen“, so Margareta Barth, Präsidentin der LUBW.

Infraschall wird im Wesentlichen vom Wind selbst erzeugt

Die Messungen ergaben beispielsweise, dass der Infraschallpegel in der Umgebung von Windkraftanlagen bereits im Nahbereich zwischen 150 und 300 Metern deutlich unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle liegt. Beim Einschalten einer in 700 Metern Abstand befindlichen Windenergieanlage erhöht sich der gemessene Infraschallpegel nicht mehr nennenswert. Dies belegt der Studie zufolge, dass der Infraschall dann im Wesentlichen vom Wind selbst erzeugt wird und nicht vom Betrieb der Anlage herrührt.

Neuere Untersuchungen

Die Frage, ob „nicht hörbarer Schall“ sowohl im Bereich Ultra- als auch Infraschall zu gesundheitlichen Auswirkungen führen kann, befindet sich weiter in der öffentlichen Diskussion und ist Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung.

Eine zusammenfassende Darstellung neuerer Untersuchungen bietet die Dokumentation „Infraschall - Studien zu Wirkungen auf Mensch und Tier“ der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags vom 12. August 2019 (siehe Dokumentation (PDF) )

Neue Studie aus Finnland erwartet

Im Auftrag der finnischen Regierung wurden unter Beteiligung des VTT Technical Research Centre of Finland Ltd, dem Finnischen Institut für Gesundheit und Wohlfahrt, dem Finnischen Institut für Arbeitsmedizin und der Universität Helsinki seit August 2018 Untersuchungen zu Infraschall und Schallemissionen von Windenergieanlagen durchgeführt. Der Abschlussbericht wird im Juni 2020 erwartet.

Nach ersten Veröffentlichungen wurde durch die Untersuchungen kein Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Infraschall und der Belästigungswirkung der Schallimmissionen festgestellt.

Artikel der Fachagentur Windenergie

Artikel des Technical Research Centre of Finland Ltd (englisch)

 

Veröffentlicht am: 11.05.2020