Regionalbroschüre "NaLaMa-nT"

Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf die Landnutzung im Fläming heute und zukünftig?

Die Ergebnisse des fünfjährigen Forschungsprojektes Nachhaltiges Landmanagement im Norddeutschen Tiefland (NaLaMa-nT) sind nun in einer Regionalbroschüre zusammmengefasst. Darin werden die Auswirkungen des Klimawandels auf die Bereiche Land-, Forst- und Wasserwirtschaft von heute bis 2070 dargestellt sowie Schlussfolgerungen für ein nachhaltiges Landmanagement gegeben.

» Broschüre

Annahmen:

Temperaturzunahme +2,3°C im Jahresmittel bis 2070

Abnahme des Jahresniederschlags um 55 mm bis 2070 (-10%)

Die Ergebnisse:

Wasserwirtschaft:

  1. Eine ausreichende Wasserversorgung für die Land- und Forstwirtschaft wird nicht mehr zu jeder Zeit gesichert sein.
  2. Die geringen Niederschläge schränken die Grundwasserneubildung ein. Im Winterhalbjahr trockener Jahre erfolgt keine vollständige Auffüllung des Bodenwasserspeichers. Die ausreichende Wasserversorgung diesbezüglich anspruchsvollerer landwirtschaftlicher Kulturen und junger Waldbestände ist dadurch gefährdet.
  3. Bei Fortführung der bisherigen Wirtschaftsweise wird die Nitratkonzentration im Sickerwasser unter landwirtschaftlichen genutzten Flächen künftig bei 111- 122 mg NO3/l und damit deutlich oberhalb des Trinkwassergrenzwertes von 50 mg NO3/l liegen.

Forstwirtschaft:

  1. Die heutige Trockenstressproblematik wird sich zukünftig weiter verschärfen. Selbst für die Kiefer wird zunehmend eine mittlere Gefährdung projiziert, die sich in einer geringen Leistung und höherer Wahrscheinlichkeit von abiotischen (u.a. Trockenstress, Waldbrand) und biotischen (u.a. Schadbefall) widerspiegeln.
  2. Selbst bei optimistischer Interpretation der Klimaprojektionen gibt es zukünftig nur geringe Handlungsspielräume bei der Baumartenwahl, was für eine stärkere Beteiligung anbauwürdiger und ökologischer zuträglicher, eingeführter Baumarten wie Douglasie, Küstentanne und Roteiche spricht.
  3. Eine Diversifizierung durch Mischbestände ist notwendig.

Landwirtschaft:

  1. Das Trockenstressrisiko wird sich zukünftig, aufgrund der Verschiebung der Niederschläge in die Wintermonate und der höheren Verdunstung in der wärmeren Vegetationszeit, weiter verschärfen (Betroffenheit v.a. Sommergetreide, Hackfrüchte).
  2. Der Grünlandertrag wird zukünftig ohne Bewässerung stagnieren.
  3. Stickstoffsalden (80 – 100 kg/ha/a) liegen deutlich über dem gesetzlichen vorgegebenen Wert (60 kg/ha/a) und müssen zukünftig weiter reduziert werden.
  4. Durch die Ausweitung des Lupinenanbaus kann der Humussaldo deutlich erhöht werden.