Ladeinfrastruktur für Elektroautos Hintergrundbild

Großer Zuwachs bei Ladesäulen seit 2018

Im Jahr 2019 veröffentlichte das Energiemanagement Brandenburg eine Potentialanalyse für Elektroladesäulen im Land Brandenburg. Es wurde dargestellt, an welchen Standorten der Aufbau der Infrastruktur im Land Brandenburg und in der Region Havelland-Fläming sinnvoll und empfehlenswert sein kann. Hier die einzelnen Karten als PDF:

Stadt Potsdam: Schnell- und Normal-Ladesäulen
Stadt Brandenburg a. d. H.: Schnell- und Normal-Ladesäulen
LK Havelland: Normal-Ladesäulen und Schnell-Ladesäulen
LK Potsdam-MittelmarkNormal-Ladesäulen und Schnell-Ladesäulen 
LK Teltow-FlämingNormal-Ladesäulen und Schnell-Ladesäulen

Der Studie kann entnommen werden, dass es im August 2018 insgesamt 150 öffentlich zugängliche Ladesäulen in Brandenburg gab, im November 2018 bereits 196. Für eine aktuelle Betrachtung empfiehlt sich das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur, da hier u.a. regionsspezifische Zahlenauswertungen und Vergleiche möglich sind.

Laut diesem Register gibt es in Brandenburg (Stand 1.6.2021) insgesamt 442 Ladesäulen mit 872 Ladepunkten. Dies entspricht einem Zuwachs von fast 300 Prozent in knapp drei Jahren. In der Region Havelland-Fläming befinden sich davon 148 Ladesäulen (294 Ladepunkte, davon 258 Normal- und 36 Schnellladepunkte), welche sich wie folgt verteilen:

  Ladesäulen Normalladepunkte Schnellladepunkte
Stadt Potsdam 37 77 4
Stadt Brandenburg 21 40 2
Landkreis Havelland 16 25 4
Landkreis Potsdam-Mittelmark 48 79 18
Landkreis Teltow-Fläming 26 37 8

Wenn man die Potentialkarten der Studie und zahlreiche der hinzugekommenen Ladesäulenstandorte analysiert, kann man feststellen, dass viele davon in den mit gut bis sehr hoch ermittelten Potentialflächen errichtet wurden. Neben den öffentlich zugänglichen Ladepunkten ist davon auszugehen, dass sich auch die private Ladeinfrastruktur sehr positiv entwickelt. Genaue Zahlen liegen uns hierzu aktuell nicht vor. Das Bundesverkehrsministerium fördert inzwischen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) private Ladestationen an Wohngebäuden mit 900 Euro pro Ladepunkt.

Auch der Bestand an Elektrofahrzeugen und Plug-In-Hybrid-Fahrzeugen[1] hat sich seit 2018 deutlich erhöht. Gab es am 1.1.2018 in Havelland-Fläming noch 396 Elektrofahrzeuge und 336 Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge, so waren es drei Jahre später, am 1.1.2021, in unserer Region 2.276 Elektrofahrzeuge und 2.056 mit Plug-In-Hybrid-Antrieb. Diese Verfünffachung der Zulassungszahlen beider Fahrzeugkategorien verteilt sich in unserer Region wie folgt:

  Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge Elektrofahrzeuge
Landkreis Potsdam-Mittelmark 579 721
Stadt Potsdam 533 479
Landkreis Havelland 333 472
Landkreis Teltow-Fläming 185 446
Stadt Brandenburg 153 158

In einer Pressemitteilung des Kraftfahrbundesamtes vom Januar 2021 ist zu lesen, dass sich die E-Mobilität in Deutschland im Jahr 2020 trotz eines rund zwanzigprozentigen Rückgangs bei den Zulassungszahlen, im Vergleich zum Vorjahr, stärker durchgesetzt hat als je zuvor. Rund ein Viertel aller Neuzulassungen entfielen 2020 auf alternative Antriebe (batterie-elektrisch, Hybrid, Plug-In, Brennstoffzelle, Gas, Wasserstoff). Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb legten sogar um 206 Prozent zu.

In Brandenburg waren 2020 insgesamt 11,5 % der Neuzulassungen PKWs mit Elektro-Antrieben. Hiermit belegt das Land bei einer Bandbreite der Bundesländer von 16,5 Prozent (Berlin) bis 8,8 Prozent (Sachsen-Anhalt) einen mittleren 9. Platz mit Potential nach oben.

 

[1] Im Gegensatz zu Hybrid-Fahrzeugen sind Plug-in-Hybride förderfähig. Beide Fahrzeugtypen besitzen zwar einen eingebauten Verbrennungsmotor. Allerdings ist die elektrische Reichweite bei Hybriden zu gering, weshalb der Gesetzgeber diesen Autotyp nicht in die Klasse der Elektroautos einordnet und diese PKWs keine Förderprämie erhalten.

Jeder dritte geförderte Euro fließt in die Region

Seit 2008 sind über 12 Millionen Euro aus der Bundesförderung für Klimaschutzprojekte nach Brandenburg geflossen. Und jeder dritte Euro ging an ein Projekt aus der Region Havelland-Fläming.

Das Bundesministerium für Umwelt fördert im Rahmen der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ Projekte und Konzepte zur Energiewende und zur Klimaanpassung. Eigens für Kommunen und kommunale Unternehmen wurde die sogenannte Kommunalrichtlinie erlassen, die Projekte und Konzepte mit bis zu 65 Prozent der förderfähigen Kosten unterstützt. Für finanzschwache Kommune gewährt die Richtlinie sogar eine Förderung von bis zu 91 Prozent.

Fast 300 Projekte in Brandenburg gefördert

In den letzten 10 Jahren wurden über die Kommunalrichtlinie 279 Projekte in Brandenburg gefördert. Mit rund 3,5 Mio. Euro wurden 136 Projekte zur Umstellung der Straßen sowie Hallen- und Innenbeleuchtung auf LED-Technik unterstützt. Weitere 2,6 Mio. Euro wurden an 24 Kommunen vergeben, die ein Klimaschutzmanagement aufgebaut haben. Für die Erarbeitung von insgesamt 36 Klimaschutzkonzepten wurden ebenfalls rund 2,6 Mio. Euro bereitgestellt.

Über die Kommunalrichtlinie geförderte Projekte in Brandenburg

Region profitiert im besonderem Maße

Die Kommunen aus der Region Havelland-Fläming haben mit 93 geförderten Projekten und mit knapp 4,2 Mio. Euro Fördermittel am häufigsten und am meisten die Bundesförderung in Anspruch genommen. Allen voran in der Landeshauptstadt Potsdam wurden in den vergangenen 10 Jahren 24 Projekte mit circa 1,9 Mio. Euro gefördert.

Regionaler Monitoringbericht

Eine Auswahl an Projekten, die in den letzten Jahren in der Region umgesetzt wurden, werden jährlich im Monitoringbericht der Regionalen Planungsgemeinschaft vorgestellt. Die Spannbreite der Projekte reicht von der Effizienzverbesserung der Warmwasseraufbereitung in Schulen, über die Installation von überdachten Fahrradabstellanlagen bis hin zur energetischen Sanierung eines ganzen Stadtteils. Der Bericht berücksichtigt auch Projekte, die im Rahmen der RENplus-Richtlinie des Landes Brandenburg gefördert wurden.

Unterstützung bei Klimaschutzprojekten

Sollten Sie ebenfalls die Förderung für ein Klimaschutzkonzept oder ein Projekt in Anspruch nehmen wollen, dann hilft Ihnen die Regionale Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming bei der Antragsstellung gerne weiter.

 

 

Brandenburg weiter an der Spitze

Im Sektor der Windkraft zeichnet sich deutlich ab, welche Bundesländer im Ausbau der Windenergie die Rolle der Zugpferde übernehmen. Es sind die vier Bundesländer Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Niedersachsen. Nach der Fachagentur Windenergie fallen die Zahlen in der oben benutzten Reihenfolge in der Aufstellung von Windenergieanlagen aus. Während Schleswig-Holstein (280 Megawatt (MW)) ohnehin schon auf einem hohen Ausbauniveau auch in 2022 mit einem signifikanten Abstand vor allen anderen Bundesländern weiter an der Spitze liegt, hält sich Brandenburg (171 MW) mit einem stetig hohen Wert auf einem kontinuierlichen Ausbauweg.

Nach der Spitzengruppe der vier genannten Bundesländer wird das Mittelfeld von Rheinland-Pfalz angeführt, das mit 41,6 Megawatt allerdings weniger als ein Viertel von Brandenburg erreicht.  Relativ dicht dahinter folgen Thüringen und Sachsen-Anhalt. Mecklenburg-Vorpommern erreicht, trotz seiner windreichen Lage, nur 29 MW Zusatzleistung und gehört mit Baden-Württemberg (21 MW) ebenfalls noch zum Mittelfeld.

Deutlich geringere Leistungen sind in den übrigen Bundesländern zu verzeichnen. Hier werden nur noch Zuwächse von unter 10 Megawatt erreicht. Dies betrifft die Bundesländer Bayern, Saarland, Hessen und Sachsen. Vor allem Bayern, als das mit Abstand größte Bundesland, das nur 9 MW Zusatzleistung erbringt, scheint sich augenscheinlich schwer zu tun die Windkraft als tragende Säule der Erneuerbaren Energien zu unterstützen.

Zuletzt seien die drei Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin genannt. Die Besiedlungsdichte aller drei Städte lässt unter den derzeitigen Rahmenbedingungen kaum Spielraum für Windenergieanlagen zu.

» Ausbausituation der Windenergie an Land im 1. Halbjahr 2022 (Fachagentur Windenergie an Land)

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Kommunale Besuchsreihe schaffte Kennenlernen und ersten Austausch und

In der Region Havelland-Fläming sind manche Kommunen bereits seit Jahren im Klimaschutz aktiv. Einige haben Förderungen zur Einrichtung eines Klimaschutzmanagements in Anspruch genommen, andere haben die Aufgabe Klima- und Umweltschutz in bestehenden Ressorts verankert. Neu ist in manchen Gemeinden die Einführung eines Nachhaltigkeitsmanagements. Die Motivation scheint unterschiedlich, mündet aber zumeist im Gleichen – (Energie-) Kosten werden gesenkt und entlasten somit die oft angespannten Finanzhaushalte.

Davon überzeugte sich der seit Beginn des Jahres eingestellte Regionale Energiemanager, Herr Thomas Lippert, im Frühjahr dieses Jahres. Als Einstieg in seine neue Aufgabe führte er eine Besuchsreihe der Kommunen durch. In mehr als 20 persönlichen oder Online-Gesprächen mit Kommunalvertretern sowie den Vertretern der Landkreise wurden bisherige Erfahrungen ausgetauscht.

Erfolge werden noch zu stark von Hemmnissen begleitet

Generell ist das Thema Klimaschutz überall präsent. In den Umlandgemeinden Berlins sind die Klimaschutzstellen bereits mit eigener Finanzierung eingerichtet. Die grüne Stromversorgung ist in den Verwaltungen flächendeckend selbstverständlich geworden. Die Umrüstung auf LED-Beleuchtung ist vielerorts angeschoben oder schon vollendet. Die Anschaffung von Lastenrädern und E-Bikes in den Verwaltungen, der Ausbau von Radwegen oder die Nutzung von Photovoltaik auf Dachflächen stehen schon sehr oft im gemeindlichen Fokus. Schulprojekte zum Klima- und Umweltschutz werden beständig initiiert. In der Gemeinde Treuenbrietzen wurde Klimaschutz sogar als neues Unterrichtsfach eingeführt.

Das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg sieht genau in diesen Aktionsfeldern den größten Einfluss der Kommunen. Im Rahmen einer Studie zum Wirkungspotenzial kommunaler Maßnahmen für den nationalen Klimaschutz soll beantwortet werden, welchen konkreten Beitrag Kommunen zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele leisten können und wie hoch das durch die Kommunen beeinflussbare Treibhausgas (THG)-Minderungspotenzial  ist.

In einer ersten Teilveröffentlichung erfolgte die quantitative Abschätzung, welchen Beitrag alle deutschen Kommunen gemeinsam zu den nationalen Klimaschutzzielen beitragen können (Abschätzung des deutschlandweiten kommunalen Einflusspotenzials). Dazu wurden 38 THG -Minderungsoptionen bottom-up quantifiziert. Im Ergebnis können Kommunen in Summe der betrachteten Maßnahmen THG-Emissionen in der Höhe von rund 101 Mio. Tonnen, bezogen auf das Jahr 2019, beeinflussen. Das entspricht etwa einem Siebtel der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland im Jahr 2020. Allein 17,3 Mio. Tonnen CO2 e [1] können schätzungsweise im Einflussbereich „Verbrauchen“, d.h. unter anderem Gebäudesanierung, Fuhrpark oder, Beleuchtung, gespart werden. Im Einflussbereich „Versorgen“ (Radinfrastruktur, Parkraum, Fernwärme) liegt das abgeschätzte Einflusspotenzial bei rund 27,9 Mio. Tonnen. Zudem könnten durch „regulierende Maßnahmen“ (wie Wärmeplanung, Bauleit- und Verkehrsplanung und Parkraum-management) rund 30 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen eingespart werden.

Doch obgleich der Wille der Kommunen im Klimaschutz tätig zu werden vorhanden ist, treten ihnen noch zu viele Hemmnisse entgegen. Wesentlich ist laut der Befragung des regionalen Energiemanagers Herrn Lippert vor allem das fehlende Geld, um mehr Klimaschutzprojekte umzusetzen. Sinkende Bevölkerungszahlen und einhergehende sinkende Steuereinnahmen schränken zusätzlich den Verfügungsrahmen für den Klimaschutz ein. Vor allem die Gemeinden außerhalb des Berliner Umlandes betonten dies während der Kommunaltour immer wieder. Zudem fehle das Fachpersonal, das sich mit den neuen Technologien auskennt, Einsparpotentiale erkennt und entsprechende Projekte planen und umsetzen kann.  Einige Gemeinden haben Erfahrungen mit Zertifizierungsinstrumenten bzgl. eines CO2 -neutralen Energiemanagements gesammelt, empfehlen diese jedoch wegen zu geringer Erfolge nicht weiter. Andere Gemeinden bemängeln die viel zu komplizierten und komplexen Antrags- und Genehmigungsverfahren, die zu zeitaufwendig, nicht genug selbsterklärend und intuitiv gestaltet sind. Gleiches gilt für das sehr komplizierte Energierecht. Zudem kommt, dass nicht alle Beratungsinstitutionen den Gemeinden bekannt sind.

Auch die Bevölkerung vor Ort mitzunehmen, ist nicht immer leicht. Die Gewinne aus der Stromproduktion fließen zumeist aus den Kommunen ab. Ein großer Teil der Bevölkerung würde gerne den vor Ort produzierten Strom auch vor Ort verbrauchen, „denn dann müsste der Strom schließlich billiger sein“. Die Realität sehe anders aus. Die Akzeptanz der Erneuerbaren Energien würde unter diesen Umständen nur schwer erreicht. Aber auch Projekte wie Carsharing hätten wenig Aussicht auf langfristige Etablierung äußerten einzelne Kommunen, da der Druck der Bevölkerung, ein eigenes Auto zu haben, im ländlichen Raum sehr hoch ist.

Erkenntnisse und Empfehlungen für den REM

Trotz alledem ist der neue Energiemanager der Region zuversichtlich. Die prioritäre Aufgabe bleibt, die Kommunen, vor allem in den peripher gelegenen Gemeinden, bei der Inanspruchnahme von Förderinstrumenten zur Finanzierung von Klimaschutz- bzw. Nachhaltigkeitsprojekten zu beraten und zu unterstützen und bei der Umsetzung von Zielen und Projekten zu begleiten, um die vielen verschiedenen Aufgaben stemmen zu können. Das derzeitig besonders aktuelle Thema kommunale Wärmeplanung steht im Fokus, erfordert allerdings von der kommunalen Seite in Zusammenarbeit mit den Energieberatern noch große Kraftanstrengungen. Wichtig für den REM ist und bleibt es die vielen Sachbearbeiter/innen zu erreichen und regelmäßig mit ihnen in den Austausch zu gehen.

[1] CO2-Äquivalente (CO2e) sind eine Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase.

Modellvorhaben der Raumordnung 2008 "Regionalplanerische Handlungsansätze zur öffentlichen Daseinsvorsorge"

Demographischer Wandel als Herausforderung

Angesichts der massiven demografischen Veränderungen sieht sich die Region Havelland-Fläming erheblichen Herausforderungen gegenüber. Die Zahl der unter 20-Jährigen wird sinken und die Anzahl der über 65-Jährigen wird deutlich wachsen. Der demografische Wandel wird nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Schullandschaft sondern auch auf die Pflegelandschaft haben.

Anpassungsstrategien entwickeln

Eines der großen Handlungsfelder wird es sein, die künftige Nachfrage und Finanzierung von Angeboten der öffentlichen Daseinsvorsorge zu sichern. Nur gemeinsam mit den Akteuren vor Ort können Anpassungsstrategien und Maßnahmen entwickelt werden, die auch für die kommenden Jahre zukunftsfähig sind.

Projektleitung und Partner

Am Modellvorhaben beteiligten sich die Region Havelland-Fläming, die Landkreise Dithmarschen und Steinburg sowie die Region Mecklenburgische Seenplatte. Unterstützt wurden die Regionen durch eine interdisziplinäre Begleitforschung (Institut Raum und Energie; Gertz Gutsche Rümenapp; Institut für ökologische Raumentwicklung), dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

» Abschlussbericht

Ländliche Entwicklung bei schrumpfender Bevölkerung (Interreg IIIB BSR)

Innovative Ansätze für die Regionalentwicklung

Das HINTERLAND-Projekt will den demographischen Wandel durch neue, innovative Ansätze der Regionalentwicklung steuern. Schrumpfung muss auch da bewältigt werden, wo keine oder nur sehr wenig Chancen einer Orts- und Regionalentwicklung zu erwarten sind. Gleichzeitig gilt es, Chancen und Potenziale zu finden, die Stabilisierungsprozesse oder gar Wachstumsimpulse auslösen. Solche Potenziale sollen gebündelt und mobilisiert werden - auch indem Brücken zu den benachbarten urbanen und Metropolenräumen für eine breitere Kooperation geschlagen werden.

Projektleitung und Partner

Am Projekt beteiligten sich 15 Partner aus Dänemark, Litauen, Polen und Rußland. Die Region Havelland-Fläming agierte erstmalig als internationaler Projektmanager.

WindTechKnow - Regional Wind Technology And Knowledge Transfer Strategies (Interreg IIIC)

Ausbau der erneuerbaren Energien

Die nachhaltige Einführung erneuerbarer Energiequellen ist ein beständiges Ziel der europäischen Energiepolitik. Dabei wird erwartet, dass Windenergie die erneuerbare Energiequelle mit dem höchsten Wachstums-Potential sein wird. Trotz dieser politischen Fokussierung gibt es große Unterschiede bei der Entwicklung und Verbreitung der Windenergienutzung innerhalb der europäischen Länder und deren Regionen. Das Projekt fördert die internationale Kooperation und den partnerschaftlichen Austausch von Techniken und Erfahrungen auf Grundlage von Netzwerken.

Projektleitung und Partner

Landkreis Bad Doderan (Mecklenburg-Vorpommern) gemeinsam mit insgesamt 7 Partnern aus Schweden, Estland, Portugal, Griechenland und Deutschland.

Bürgerbefragung

Welche Nachteile lassen sich ausgleichen, welche erscheinen hinnehmbar und wo liegen die möglichen Vorteile der Windenergienutzung für eine Kommune und eine Region? In Zusammenarbeit mit 10 Kommunen wurden im Frühjahr 2005 etwa 1.900 unmittelbar betroffene Bürger in 57 Ortsteilen nach ihrer Einschätzung gefragt.

» Ergebnisse der Bürgerbefragung

Landstadtwandel - Vorausschau, Umgestaltung, Identität

Entwicklungskonzepte für Landstädte

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels soll das Projekt wettbewerbsfähige Entwicklungskonzepte für Landstädte in Europa herausarbeiten. Damit will die Region Havelland-Fläming das Management des stetig anwachsenden Gebäudeleerstands, vor allem in den vordergründig wahrnehmbaren Kernbereichen der Städte thematisieren. Vorhandene Potentiale müssen realistisch eingeschätzt und Identität prägend genutzt werden.

Schaffung einer hohen Lebensqualität

Mit den Beteiligten werden vorausschauende Szenarien erarbeitet und Schwerpunkte zukünftiger Landstadtentwicklung bestimmt. Zusätzlich können aktive Landstädte mit kompromissfähigen Akteuren beispielgebend Investitionspläne für den praktischen Landstadtumbau bis 2016 festsetzen. Damit sind Um- und Rückbaumaßnahmen nicht vom Verfall getrieben, sondern gehen nachhaltig einher mit Identitätsausprägung, "Face Lifting" von öffentlich wahrnehmbaren Räumen sowie hoher Lebensqualität.

Projektdauer und Partner

Das 2010 gestartete Projekt hatte eine Laufzeit von zwei Jahren. Es beteiligten sich 11 Partner aus Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Schweden und Deutschland. Projektleiter war die norwegische Gemeinde Notodden. Seit April 2011 führt die Stadt Trebbin die von der Region Havelland-Fläming initiierten lokalen Projektaktivitäten fort.

Strengthening Innovation Governance in Baltic Non-metropolitan Regions (Interreg IVB BSR)

Individuellen Markt finden

Der Wettbewerb zwischen Firmen, Produkten, Standorten und Ideen ist global geworden. Nicht jeder mittelständische Betrieb konkurriert mit einem Mitbewerber aus China oder Malaysia. Aber oft bietet der globalisierte Markt gerade kleineren Unternehmen die Chance, ihren individuellen Markt zu finden: Wenn ihr Angebot genau die Bedürfnisse der Kunden trifft, Preis, Leistung und Service stimmen. Das eben heißt innovativ sein: Die "bessere" statt nur die "gute" Lösung haben!

Innovative Lösungen

Dabei geht es aber nicht ausschließlich um das technisch bessere Produkt. Innovative Lösungen können in allen Unternehmensbereichen gefunden werden: der Personalführung, der Vermarktung, dem Service, der Organisation, dem Vertrieb, der Verpackung ...

Klein- und mittelständische Betriebe tun sich noch schwer. Wenige haben die Zeit, ihrem Geschäftsablauf auf den Grund zu gehen, Schwachstellen zu finden und mit innovativen Lösungen auszumerzen.

Wie kann die Region hier helfen?

  1. Das Thema "Innovation" in die Öffentlichkeit tragen! Beispiele von Innovation zeigen: Die Region ist vielerorts innovativ und damit gut aufgestellt.
  2. Auch kleine innovative Schritte sind wichtig! Es muss nicht immer die Nobelpreis verdächtige Idee sein.
  3. Unternehmen und ihr Umfeld müssen sich über das Thema "Wettbewerb und Innovation" austauschen - über und mit der Wirtschaftsförderung, Gewerbeflächen und Fördermittel.
  4. Starke Netzwerke fördern den Informationsaustausch, ermöglichen Partnerschaften für das Hervorbringen und die Verbreitung von Innovationen.

An diesen Schritten setzt das Projekt BRS InnoReg an.

Projektleitung und Partner

Projektleiter war das Baltic Institute in Finnland. Am Projekt beteiligten sich insgesamt 19 Partner aus dem Ostseeraum. Neben der Region Havelland-Fläming gehörten weitere Partner aus Deutschland, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Russland dazu.

Modellvorhaben der Raumordnung: Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel

Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel

Modellvorhaben der Bundesraumordnung fordern Regionen zum Experimentieren heraus. Innovative, raumordnerischer Handlungsansätze und Instrumente können so über 2 Jahre in Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis erprobt werden. Das aktuelle Modellvorhaben dient der Entwicklung von Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel.

Zunahme von Starkregen und Stürmen

Mit sieben weiteren Regionen zwischen Schwarzwald und Ostsee untersucht unsere Region die möglichen Auswirkungen des Klimawandels und befasst sich mit strategischen Ansätzen, um diese Herausforderung besser zu bewältigen. Während in hochverdichteten Metropolen wie Frankfurt/Main und Stuttgart Hitzestress und Lokalklima die Planer beschäftigen, geht es hier bei uns darum, mit einer negativen Wasserbilanz durch weniger Niederschläge und höhere Verdunstung besser fertig zu werden. Neben dieser eher schleichenden Veränderung muss sich die Region auch auf häufigere und stärkere Stürme und Starkregen einstellen.

» mehr zum Modellvorhaben

Expertisen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

» Klimawandel in der Region Havelland-Fläming
» Klimawandel und Hydrologie
» Klimawandel und Landwirtschaft
» Klimawandel und Waldentwicklung