Veranstaltungsreihe „Wasserstofftour durch die Regionen“ in diesem Jahr fortgesetzt Hintergrundbild

Im Rahmen der Wasserstofftour des Wirtschaftsministers von Brandenburg, Prof. Dr. Steinbach, durch die Regionen Brandenburgs konnte Anfang Juni dieses Jahres die zweite regionale Wasserstoffkonferenz in der Heimvolkshochschule am Seddiner See in der Region Havelland-Fläming durchgeführt werden. Zugegen waren neben weiteren Besuchern Herr Prof. Dr. Steinbach, Herr Landrat Lewandowski, der Beigeordnete Herr Koch vom Landkreis Havelland sowie mehrere Bürgermeister aus der Region.

Im idyllisch grünen Ambiente am Seddiner See schenkten beide Redner Prof. Dr. Steinbach und Herr Landrat Lewandowski dem Publikum reinen Wein ein und wiesen darauf hin, dass künftig weniger finanzielle Ressourcen für die notwendige Transformation des Energiesektors zur Verfügung stehen werden. Diese knapper werdenden Ressourcen stünden auch im Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, welches klar stellte, dass die für die Coronaauswirkungen nicht genutzten Gelder, nicht zu Gunsten des Klimafonds umgewidmet werden können. Dieses Urteil hat viele Klimaschutzprojekte vorerst ausgebremst. Umso mehr gilt es privates Kapital für den energetischen Umbau zu aktivieren, so Steinbach.

Herr Landrat Lewandowski führt dazu aus, dass die über die Machbarkeitsstudie Havelland aufgezeigten, zumindest theoretisch funktionierenden, Wirtschaftsketten nur mit finanzieller Hilfe der EU, des Bundes bzw. des Landes verwirklicht werden können. Beispielsweise möchte die Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH einen Teil Ihrer Busflotte von Verbrennermotoren (Diesel) auf Wasserstoffbasis umstellen. Dafür notwendige finanzielle staatliche Unterstützungen wurden bisher vom Bundesverkehrsministerium versagt, so Herr Landrat Lewandowski. Da ein Dieselbus etwa 370.000 €, ein Bus mit Wasserstoffantrieb hingegen etwa 750.000 € kostet, müssten zur Umstellung der Busflotte die Fahrpreise nahezu verdoppelt werden, was niemand umsetzen möchte. Eine alleinige Finanzierung der Mehrkosten durch die Umstellung der Buse kann die Busgesellschaft allein nicht leisten.

Wirtschaftsminister Prof. Dr. Jörg Steinbach und Tom Beier (EMB)

Herr Prof. Dr. Ing. Steinbach wies in seiner Ansprache gleichfalls darauf hin, dass die Zukunft für die energetische Transformation für ganz Europa rauer sein wird. Es werden künftig weniger Gelder für den Bereich zur Förderung einer notwendigen Wasserstoffinfrastruktur bzw. der Förderung der Umstellung von Diesel- auf Wasserstoffflotten zur Verfügung stehen. Er sprach aber gleichzeitig den Konferenzteilnehmer/innen Mut zu, den Optimismus und die Hoffnung nicht zu verlieren. „Wir brauchen jetzt einen langen Atem und Durchhaltevermögen damit die Defossilisierung der Wirtschaft langfristig gelingt“.

Die in der Wasserstofftour vorgestellten Wasserstoffprojekte zeigten auf, dass es viele Ideen gibt, welche sich wirtschaftlich darstellen lassen. Die Rathenower Wärmeversorgung GmbH plant beispielsweise die Implementierung einer Power-to-Heat-Anlage, welche durch einen vorgesehenen Windpark mit Strom versorgt werden soll. Um die Schwankungen der erneuerbaren Stromerzeugung optimal zu nutzen, soll zusätzlich ein Elektrolyseur überschüssige Energie als Wasserstoff speichern, der bei Bedarf in den Wärmekreislauf wieder eingesetzt wird.

Auch im Windparkprojekt Mückendorf bei Baruth soll die über einen Windpark produzierte Energie durch einen Elektrolyseur in Wasserstoff umgewandelt, der für verschiedene Derivate zur Laminatproduktion im Gewerbegebiet, vor allem durch das Unternehmen Classen, verwendet werden soll. Der Vorteil für das Unternehmen ist die Unabhängigkeit und die Sicherstellung von sauberer, lokal produzierter Energie. Gleichzeitig sollen die großen bisher kaum genutzten Abwärmemengen des Unternehmens künftig für ein Wärmenetz zur Verfügung gestellt werden, dass ganz Baruth und das kleine Dorf Mückendorf mit Nahwärme versorgt. Allerdings sind die dafür ausgesuchten Flächen für die Windparks in Rathenow und in der Stadt Baruth als Schutzgebiete ausgewiesen, so dass hier erst ein Einvernehmen mit dem Naturschutz hergestellt werden muss. In beiden Fällen ist die Entscheidung noch offen, ob die in Frage kommenden Flächen für die vorgesehenen Windparks zur Verfügung stehen werden.

H2-Power-Box

Ein anderes Thema schnitt Herr Christoph Fiala von der Firma „H2 Power n`Heat“ mit seiner H2-Power-Box an, die als alltagstaugliches günstiges Plug-and-Play-System die Reichweite von E-Wagen um bis zu 30% steigern kann. Vor allem im Winter kann dieses Aggregat Wärme und Strom liefern, und damit die Hauptbatterie entlasten, was fast zu einer Verdoppelung der winterlichen E-Fahrzeug-Reichweite führt. Die inzwischen marktreife Power-Box wurde auch unter Mithilfe der Investitionsbank Brandenburg ILB und vor allem der technische Part durch die Technische Universität Berlin unterstützt.

Herr Waters von der GASAG stellte die Weiterentwicklung des Standortes Energiewendelabor in Ketzin/Havel vor. Bis zum Jahr 2032 sollen dutzende von Reisebussen und Müllfahrzeugen auf Wasserstoffverbrauch umgestellt werden die über eine Tankstelle südlich von Nauen versorgt werden können. Gleichzeitig ist auch in diesem Projekt der Aufbau eines Wärmenetzes für Ketzin angedacht, dass durch die Abwärme eines vorgesehenen Elektrolyseurs versorgt werden soll. Viele Fragen aus dem Publikum dazu konnten beantwortet werden.

Die Vorstellung des Wasserstoffmarktplatzes durch Frau Kaminski von der Wirtschaftsförderung Brandenburg rundete den theoretischen Teil der Konferenz ab.

Im praktischen Teil der Konferenz stellten die Ingenieure des kleinen Betriebes H2 Power n`Heat den mitgebrachten Prototyp eines PoC Fahrzeuges (batterieelektrisches Serienfahrzeug mit H2-Power Box) dem begeisterten Publikum vor, und beantworteten gleichzeitig eine Vielzahl von Fragen. Ganz sicher werden wir im nächsten Jahr wieder mit ebenso interessanten Beiträgen die jährliche Wasserstofftour mit Leben füllen.

Vorträge der Wasserstofftour 2024 in der Region Havelland-Fläming

Einführung in die Entwicklungen der Wasserstoffwirtschaft im Land Brandenburg
Herr Stephan Schlegl, Frau Melanie Scheibe, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg (MWAE)

Wasserstoff im Havelland: Technische und wirtschaftliche Potentialbetrachtung für eine klimafreundliche Wärmeversorgung in Rathenow
Herr Dipl.-Ing. Günter Rall, Geschäftsführer der Rathenower Wärmeversorgung GmbH

H2-Power-Box, Alltagstaugliches, günstiges Plug-and-Play-System
Herr Christoph Fiala, Geschäftsführer der H2 Power n Heat GmbH

Wasserstoffproduktion zur Dekarbonisierung eines Gewerbegebietes und eines kommunalen Nahwärmenetzes, Bsp. Windpark Baruth/Mückendorf
Herr Stephan Wiggeshoff, Standortleiter der „naturwind potsdam GmbH“

Vorstellung des Wasserstoffmarktplatz für Brandenburg und Berlin
Frau Birgit Kaminski, Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB)

Stand: 12.06.2024

Deutlicher Zuwachs in den nächsten Jahren zu erwarten

In den energiepolitischen Zielen des Bundes und des Landes Brandenburg hat die Stromgewinnung aus Sonnenenergie einen großen Stellenwert. Grundsätzlich bieten Dachflächen oder auch Parkplätze viel Fläche für die Installation von Photovoltaikanlagen. Photovoltaikanlagen werden aber auch auf Konversionsflächen, Gewerbebrachen und auf Ackerflächen errichtet.

In einem aktuellen Sachstandsbericht informiert die Regionale Planungsstelle darüber, in welchen Umfang in der Region Havelland-Fläming bislang Photovoltaik-Freiflächenanlagen errichtet wurden und welche Entwicklung in den nächsten Jahren erwartet werden kann.

» Sachstandsbericht über Photovoltaik-Freiflächenanlagen in der Region Havelland-Fläming

Stand: 14.11.2022

Jeder dritte geförderte Euro fließt in die Region

Seit 2008 sind über 12 Millionen Euro aus der Bundesförderung für Klimaschutzprojekte nach Brandenburg geflossen. Und jeder dritte Euro ging an ein Projekt aus der Region Havelland-Fläming.

Das Bundesministerium für Umwelt fördert im Rahmen der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ Projekte und Konzepte zur Energiewende und zur Klimaanpassung. Eigens für Kommunen und kommunale Unternehmen wurde die sogenannte Kommunalrichtlinie erlassen, die Projekte und Konzepte mit bis zu 65 Prozent der förderfähigen Kosten unterstützt. Für finanzschwache Kommune gewährt die Richtlinie sogar eine Förderung von bis zu 91 Prozent.

Fast 300 Projekte in Brandenburg gefördert

In den letzten 10 Jahren wurden über die Kommunalrichtlinie 279 Projekte in Brandenburg gefördert. Mit rund 3,5 Mio. Euro wurden 136 Projekte zur Umstellung der Straßen sowie Hallen- und Innenbeleuchtung auf LED-Technik unterstützt. Weitere 2,6 Mio. Euro wurden an 24 Kommunen vergeben, die ein Klimaschutzmanagement aufgebaut haben. Für die Erarbeitung von insgesamt 36 Klimaschutzkonzepten wurden ebenfalls rund 2,6 Mio. Euro bereitgestellt.

Über die Kommunalrichtlinie geförderte Projekte in Brandenburg

Region profitiert im besonderem Maße

Die Kommunen aus der Region Havelland-Fläming haben mit 93 geförderten Projekten und mit knapp 4,2 Mio. Euro Fördermittel am häufigsten und am meisten die Bundesförderung in Anspruch genommen. Allen voran in der Landeshauptstadt Potsdam wurden in den vergangenen 10 Jahren 24 Projekte mit circa 1,9 Mio. Euro gefördert.

Regionaler Monitoringbericht

Eine Auswahl an Projekten, die in den letzten Jahren in der Region umgesetzt wurden, werden jährlich im Monitoringbericht der Regionalen Planungsgemeinschaft vorgestellt. Die Spannbreite der Projekte reicht von der Effizienzverbesserung der Warmwasseraufbereitung in Schulen, über die Installation von überdachten Fahrradabstellanlagen bis hin zur energetischen Sanierung eines ganzen Stadtteils. Der Bericht berücksichtigt auch Projekte, die im Rahmen der RENplus-Richtlinie des Landes Brandenburg gefördert wurden.

Unterstützung bei Klimaschutzprojekten

Sollten Sie ebenfalls die Förderung für ein Klimaschutzkonzept oder ein Projekt in Anspruch nehmen wollen, dann hilft Ihnen die Regionale Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming bei der Antragsstellung gerne weiter.

 

 

Kommunale Besuchsreihe schaffte Kennenlernen und ersten Austausch und

In der Region Havelland-Fläming sind manche Kommunen bereits seit Jahren im Klimaschutz aktiv. Einige haben Förderungen zur Einrichtung eines Klimaschutzmanagements in Anspruch genommen, andere haben die Aufgabe Klima- und Umweltschutz in bestehenden Ressorts verankert. Neu ist in manchen Gemeinden die Einführung eines Nachhaltigkeitsmanagements. Die Motivation scheint unterschiedlich, mündet aber zumeist im Gleichen – (Energie-) Kosten werden gesenkt und entlasten somit die oft angespannten Finanzhaushalte.

Davon überzeugte sich der seit Beginn des Jahres eingestellte Regionale Energiemanager, Herr Thomas Lippert, im Frühjahr dieses Jahres. Als Einstieg in seine neue Aufgabe führte er eine Besuchsreihe der Kommunen durch. In mehr als 20 persönlichen oder Online-Gesprächen mit Kommunalvertretern sowie den Vertretern der Landkreise wurden bisherige Erfahrungen ausgetauscht.

Erfolge werden noch zu stark von Hemmnissen begleitet

Generell ist das Thema Klimaschutz überall präsent. In den Umlandgemeinden Berlins sind die Klimaschutzstellen bereits mit eigener Finanzierung eingerichtet. Die grüne Stromversorgung ist in den Verwaltungen flächendeckend selbstverständlich geworden. Die Umrüstung auf LED-Beleuchtung ist vielerorts angeschoben oder schon vollendet. Die Anschaffung von Lastenrädern und E-Bikes in den Verwaltungen, der Ausbau von Radwegen oder die Nutzung von Photovoltaik auf Dachflächen stehen schon sehr oft im gemeindlichen Fokus. Schulprojekte zum Klima- und Umweltschutz werden beständig initiiert. In der Gemeinde Treuenbrietzen wurde Klimaschutz sogar als neues Unterrichtsfach eingeführt.

Das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg sieht genau in diesen Aktionsfeldern den größten Einfluss der Kommunen. Im Rahmen einer Studie zum Wirkungspotenzial kommunaler Maßnahmen für den nationalen Klimaschutz soll beantwortet werden, welchen konkreten Beitrag Kommunen zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele leisten können und wie hoch das durch die Kommunen beeinflussbare Treibhausgas (THG)-Minderungspotenzial  ist.

In einer ersten Teilveröffentlichung erfolgte die quantitative Abschätzung, welchen Beitrag alle deutschen Kommunen gemeinsam zu den nationalen Klimaschutzzielen beitragen können (Abschätzung des deutschlandweiten kommunalen Einflusspotenzials). Dazu wurden 38 THG -Minderungsoptionen bottom-up quantifiziert. Im Ergebnis können Kommunen in Summe der betrachteten Maßnahmen THG-Emissionen in der Höhe von rund 101 Mio. Tonnen, bezogen auf das Jahr 2019, beeinflussen. Das entspricht etwa einem Siebtel der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland im Jahr 2020. Allein 17,3 Mio. Tonnen CO2 e [1] können schätzungsweise im Einflussbereich „Verbrauchen“, d.h. unter anderem Gebäudesanierung, Fuhrpark oder, Beleuchtung, gespart werden. Im Einflussbereich „Versorgen“ (Radinfrastruktur, Parkraum, Fernwärme) liegt das abgeschätzte Einflusspotenzial bei rund 27,9 Mio. Tonnen. Zudem könnten durch „regulierende Maßnahmen“ (wie Wärmeplanung, Bauleit- und Verkehrsplanung und Parkraum-management) rund 30 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen eingespart werden.

Doch obgleich der Wille der Kommunen im Klimaschutz tätig zu werden vorhanden ist, treten ihnen noch zu viele Hemmnisse entgegen. Wesentlich ist laut der Befragung des regionalen Energiemanagers Herrn Lippert vor allem das fehlende Geld, um mehr Klimaschutzprojekte umzusetzen. Sinkende Bevölkerungszahlen und einhergehende sinkende Steuereinnahmen schränken zusätzlich den Verfügungsrahmen für den Klimaschutz ein. Vor allem die Gemeinden außerhalb des Berliner Umlandes betonten dies während der Kommunaltour immer wieder. Zudem fehle das Fachpersonal, das sich mit den neuen Technologien auskennt, Einsparpotentiale erkennt und entsprechende Projekte planen und umsetzen kann.  Einige Gemeinden haben Erfahrungen mit Zertifizierungsinstrumenten bzgl. eines CO2 -neutralen Energiemanagements gesammelt, empfehlen diese jedoch wegen zu geringer Erfolge nicht weiter. Andere Gemeinden bemängeln die viel zu komplizierten und komplexen Antrags- und Genehmigungsverfahren, die zu zeitaufwendig, nicht genug selbsterklärend und intuitiv gestaltet sind. Gleiches gilt für das sehr komplizierte Energierecht. Zudem kommt, dass nicht alle Beratungsinstitutionen den Gemeinden bekannt sind.

Auch die Bevölkerung vor Ort mitzunehmen, ist nicht immer leicht. Die Gewinne aus der Stromproduktion fließen zumeist aus den Kommunen ab. Ein großer Teil der Bevölkerung würde gerne den vor Ort produzierten Strom auch vor Ort verbrauchen, „denn dann müsste der Strom schließlich billiger sein“. Die Realität sehe anders aus. Die Akzeptanz der Erneuerbaren Energien würde unter diesen Umständen nur schwer erreicht. Aber auch Projekte wie Carsharing hätten wenig Aussicht auf langfristige Etablierung äußerten einzelne Kommunen, da der Druck der Bevölkerung, ein eigenes Auto zu haben, im ländlichen Raum sehr hoch ist.

Erkenntnisse und Empfehlungen für den REM

Trotz alledem ist der neue Energiemanager der Region zuversichtlich. Die prioritäre Aufgabe bleibt, die Kommunen, vor allem in den peripher gelegenen Gemeinden, bei der Inanspruchnahme von Förderinstrumenten zur Finanzierung von Klimaschutz- bzw. Nachhaltigkeitsprojekten zu beraten und zu unterstützen und bei der Umsetzung von Zielen und Projekten zu begleiten, um die vielen verschiedenen Aufgaben stemmen zu können. Das derzeitig besonders aktuelle Thema kommunale Wärmeplanung steht im Fokus, erfordert allerdings von der kommunalen Seite in Zusammenarbeit mit den Energieberatern noch große Kraftanstrengungen. Wichtig für den REM ist und bleibt es die vielen Sachbearbeiter/innen zu erreichen und regelmäßig mit ihnen in den Austausch zu gehen.

[1] CO2-Äquivalente (CO2e) sind eine Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase.

Stand: 14.09.2022

Modellvorhaben der Raumordnung 2008 "Regionalplanerische Handlungsansätze zur öffentlichen Daseinsvorsorge"

Demographischer Wandel als Herausforderung

Angesichts der massiven demografischen Veränderungen sieht sich die Region Havelland-Fläming erheblichen Herausforderungen gegenüber. Die Zahl der unter 20-Jährigen wird sinken und die Anzahl der über 65-Jährigen wird deutlich wachsen. Der demografische Wandel wird nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Schullandschaft sondern auch auf die Pflegelandschaft haben.

Anpassungsstrategien entwickeln

Eines der großen Handlungsfelder wird es sein, die künftige Nachfrage und Finanzierung von Angeboten der öffentlichen Daseinsvorsorge zu sichern. Nur gemeinsam mit den Akteuren vor Ort können Anpassungsstrategien und Maßnahmen entwickelt werden, die auch für die kommenden Jahre zukunftsfähig sind.

Projektleitung und Partner

Am Modellvorhaben beteiligten sich die Region Havelland-Fläming, die Landkreise Dithmarschen und Steinburg sowie die Region Mecklenburgische Seenplatte. Unterstützt wurden die Regionen durch eine interdisziplinäre Begleitforschung (Institut Raum und Energie; Gertz Gutsche Rümenapp; Institut für ökologische Raumentwicklung), dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

» Abschlussbericht

Ländliche Entwicklung bei schrumpfender Bevölkerung (Interreg IIIB BSR)

Innovative Ansätze für die Regionalentwicklung

Das HINTERLAND-Projekt will den demographischen Wandel durch neue, innovative Ansätze der Regionalentwicklung steuern. Schrumpfung muss auch da bewältigt werden, wo keine oder nur sehr wenig Chancen einer Orts- und Regionalentwicklung zu erwarten sind. Gleichzeitig gilt es, Chancen und Potenziale zu finden, die Stabilisierungsprozesse oder gar Wachstumsimpulse auslösen. Solche Potenziale sollen gebündelt und mobilisiert werden - auch indem Brücken zu den benachbarten urbanen und Metropolenräumen für eine breitere Kooperation geschlagen werden.

Projektleitung und Partner

Am Projekt beteiligten sich 15 Partner aus Dänemark, Litauen, Polen und Rußland. Die Region Havelland-Fläming agierte erstmalig als internationaler Projektmanager.

WindTechKnow - Regional Wind Technology And Knowledge Transfer Strategies (Interreg IIIC)

Ausbau der erneuerbaren Energien

Die nachhaltige Einführung erneuerbarer Energiequellen ist ein beständiges Ziel der europäischen Energiepolitik. Dabei wird erwartet, dass Windenergie die erneuerbare Energiequelle mit dem höchsten Wachstums-Potential sein wird. Trotz dieser politischen Fokussierung gibt es große Unterschiede bei der Entwicklung und Verbreitung der Windenergienutzung innerhalb der europäischen Länder und deren Regionen. Das Projekt fördert die internationale Kooperation und den partnerschaftlichen Austausch von Techniken und Erfahrungen auf Grundlage von Netzwerken.

Projektleitung und Partner

Landkreis Bad Doderan (Mecklenburg-Vorpommern) gemeinsam mit insgesamt 7 Partnern aus Schweden, Estland, Portugal, Griechenland und Deutschland.

Bürgerbefragung

Welche Nachteile lassen sich ausgleichen, welche erscheinen hinnehmbar und wo liegen die möglichen Vorteile der Windenergienutzung für eine Kommune und eine Region? In Zusammenarbeit mit 10 Kommunen wurden im Frühjahr 2005 etwa 1.900 unmittelbar betroffene Bürger in 57 Ortsteilen nach ihrer Einschätzung gefragt.

» Ergebnisse der Bürgerbefragung

Landstadtwandel - Vorausschau, Umgestaltung, Identität

Entwicklungskonzepte für Landstädte

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels soll das Projekt wettbewerbsfähige Entwicklungskonzepte für Landstädte in Europa herausarbeiten. Damit will die Region Havelland-Fläming das Management des stetig anwachsenden Gebäudeleerstands, vor allem in den vordergründig wahrnehmbaren Kernbereichen der Städte thematisieren. Vorhandene Potentiale müssen realistisch eingeschätzt und Identität prägend genutzt werden.

Schaffung einer hohen Lebensqualität

Mit den Beteiligten werden vorausschauende Szenarien erarbeitet und Schwerpunkte zukünftiger Landstadtentwicklung bestimmt. Zusätzlich können aktive Landstädte mit kompromissfähigen Akteuren beispielgebend Investitionspläne für den praktischen Landstadtumbau bis 2016 festsetzen. Damit sind Um- und Rückbaumaßnahmen nicht vom Verfall getrieben, sondern gehen nachhaltig einher mit Identitätsausprägung, "Face Lifting" von öffentlich wahrnehmbaren Räumen sowie hoher Lebensqualität.

Projektdauer und Partner

Das 2010 gestartete Projekt hatte eine Laufzeit von zwei Jahren. Es beteiligten sich 11 Partner aus Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Schweden und Deutschland. Projektleiter war die norwegische Gemeinde Notodden. Seit April 2011 führt die Stadt Trebbin die von der Region Havelland-Fläming initiierten lokalen Projektaktivitäten fort.

Strengthening Innovation Governance in Baltic Non-metropolitan Regions (Interreg IVB BSR)

Individuellen Markt finden

Der Wettbewerb zwischen Firmen, Produkten, Standorten und Ideen ist global geworden. Nicht jeder mittelständische Betrieb konkurriert mit einem Mitbewerber aus China oder Malaysia. Aber oft bietet der globalisierte Markt gerade kleineren Unternehmen die Chance, ihren individuellen Markt zu finden: Wenn ihr Angebot genau die Bedürfnisse der Kunden trifft, Preis, Leistung und Service stimmen. Das eben heißt innovativ sein: Die "bessere" statt nur die "gute" Lösung haben!

Innovative Lösungen

Dabei geht es aber nicht ausschließlich um das technisch bessere Produkt. Innovative Lösungen können in allen Unternehmensbereichen gefunden werden: der Personalführung, der Vermarktung, dem Service, der Organisation, dem Vertrieb, der Verpackung ...

Klein- und mittelständische Betriebe tun sich noch schwer. Wenige haben die Zeit, ihrem Geschäftsablauf auf den Grund zu gehen, Schwachstellen zu finden und mit innovativen Lösungen auszumerzen.

Wie kann die Region hier helfen?

  1. Das Thema "Innovation" in die Öffentlichkeit tragen! Beispiele von Innovation zeigen: Die Region ist vielerorts innovativ und damit gut aufgestellt.
  2. Auch kleine innovative Schritte sind wichtig! Es muss nicht immer die Nobelpreis verdächtige Idee sein.
  3. Unternehmen und ihr Umfeld müssen sich über das Thema "Wettbewerb und Innovation" austauschen - über und mit der Wirtschaftsförderung, Gewerbeflächen und Fördermittel.
  4. Starke Netzwerke fördern den Informationsaustausch, ermöglichen Partnerschaften für das Hervorbringen und die Verbreitung von Innovationen.

An diesen Schritten setzt das Projekt BRS InnoReg an.

Projektleitung und Partner

Projektleiter war das Baltic Institute in Finnland. Am Projekt beteiligten sich insgesamt 19 Partner aus dem Ostseeraum. Neben der Region Havelland-Fläming gehörten weitere Partner aus Deutschland, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Russland dazu.

Modellvorhaben der Raumordnung: Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel

Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel

Modellvorhaben der Bundesraumordnung fordern Regionen zum Experimentieren heraus. Innovative, raumordnerischer Handlungsansätze und Instrumente können so über 2 Jahre in Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis erprobt werden. Das aktuelle Modellvorhaben dient der Entwicklung von Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel.

Zunahme von Starkregen und Stürmen

Mit sieben weiteren Regionen zwischen Schwarzwald und Ostsee untersucht unsere Region die möglichen Auswirkungen des Klimawandels und befasst sich mit strategischen Ansätzen, um diese Herausforderung besser zu bewältigen. Während in hochverdichteten Metropolen wie Frankfurt/Main und Stuttgart Hitzestress und Lokalklima die Planer beschäftigen, geht es hier bei uns darum, mit einer negativen Wasserbilanz durch weniger Niederschläge und höhere Verdunstung besser fertig zu werden. Neben dieser eher schleichenden Veränderung muss sich die Region auch auf häufigere und stärkere Stürme und Starkregen einstellen.

» mehr zum Modellvorhaben

Expertisen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

» Klimawandel in der Region Havelland-Fläming
» Klimawandel und Hydrologie
» Klimawandel und Landwirtschaft
» Klimawandel und Waldentwicklung