Entwicklung der Erneuerbaren Energien in der Region Havelland-Fläming 2010 – 2024 Hintergrundbild

Entwicklung der Erneuerbaren Energien in der Region Havelland-Fläming 2010 – 2024

Stetiger Zuwachs bei der installierten Leistung und schwankende Erträge

Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (Wind/blau, Solar/orange, Biomasse/grün) von 2010 bis 2024 in der Region Havelland-Fläming

Daten: Energieportal Brandenburg 

Windenergie bringt den größten Ertrag

Die Windenergie trägt den größten Anteil zur erneuerbaren Stromerzeugung bei. Mit dem rechtswirksamen Sachlichen Teilregionalplan Windenergienutzung 2027 der Region Havelland-Fläming hat die Regionale Planungsgemeinschaft eine verlässliche Grundlage dafür geschaffen, dass der Ausbau der Windenergienutzung im Gebiet der Region weiter geordnet vonstattengeht. Die installierte Leistung der Windenergieanlagen steigt stetig an. Der größte Zuwachs war mit 169 MW im Jahr 2016 zu verzeichnen. Im Zeitraum 2010 bis 2024 betrug die durchschnittliche jährliche Zunahme der installierten Leistung 55 MW. Ende des Jahres 2024 lag die installierte Leistung bei insgesamt 1.718 MW.

Im Jahr 2024 erzeugten die 835 Windenergieanlagen in der Region 2.607 GWh elektrische Energie. Die Stromerzeugung steigt jedoch nicht proportional zur installierten Leistung an. So sank die Stromerzeugung beispielsweise im Jahr 2021 erheblich gegenüber dem Vorjahr. Auch im Jahr 2024 war die Stromerzeugung 5 Prozent geringer als im Jahr 2023.

Solarenergie schließt zur Windenergie auf

Seit dem Jahr 2022 hat die Planung von Freiflächensolaranlagen stark zugenommen (Sachstandsbericht Photovoltaik-Freiflächenanlagen). In deutlich geringerem Umfang trifft das auch auf die installierte Leistung der Solaranlagen zu. Vor allem in den Jahren 2023 und 2024 wurden erhebliche Zuwächse erreicht. Mit einer Zunahme von 338 MW war 2024 das Rekordausbaujahr. Ende des Jahres 2024 lag die installierte Leistung bei insgesamt 1.353 MW und hat sich damit dem Wert der installierten Leistung der Windenergie angenähert. Mit 960 GWh im Jahr 2024 erreicht die Solarenergie jedoch nur etwas mehr als ein Drittel der Stromerzeugung aus der Windkraft. Auch bei der Solarenergie gibt es jährliche Schwankungen bei der Stromerzeugung. Mit Ausnahme einiger ertragsschwacher Jahre (besonders 2023) ist jedoch eine jährliche Zunahme festzustellen.

Biomasse stagniert bei schwankenden Erträgen

Die installierte Leistung im Bereich Strom aus Biomasse ist im Zeitraum 2010 bis 2024 annähernd konstant. Die jährlich erzeugte Strommenge weist jedoch erhebliche Schwankungen auf. Die Stromerzeugung aus Biomasse betrug im Jahr 2024 insgesamt 720 GWh und erreichte damit 79 Prozent des Werts der Solarenergie.

Ziele der Energiestrategie 2040 nur mit deutlichen Steigerungen zu erreichen

Die Energiestrategie 2040 des Landes Brandenburg benennt für das Jahr 2030 bei der Windenergie ein Ausbauziel von 11,5 GW installierter Leistung. Nach einem auf die Fläche bezogenen Anteil ergibt sich für die Region Havelland-Fläming ein Zielwert von 2,56 GW. Im Jahr 2024 war dieses Ziel zu 65 Prozent erreicht. Um das Installationsziel bis 2030 zu erreichen, müssten in den Folgejahren jährlich Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 155 MW ans Netz gehen. Das entspricht einer Verdreifachung des Zubaus des Jahres 2024.

Für die Solarenergie ist in der Energiestrategie 2040 ein Zielwert von 18 GW installierter Leistung im Jahr 2030 angegeben. Davon entfällt ein Anteil von 4,14 GW auf die Region Havelland-Fläming. Dieses Ziel war Ende des Jahres 2024 zu einem Drittel erreicht. Um das Installationsziel bis 2030 zu erreichen, müssten in den Folgejahren jährlich Solaranlagen mit einer Leistung von insgesamt 465 MW in Betrieb genommen werden. Das sind 126 MW mehr als im Rekordausbaujahr 2024. Für die Stromerzeugung aus Biomasse ist in der Energiestrategie 2040 keine Zielvorgabe angegeben.

 

Stand: 26.01.2026